WE FUCKED UP. BUT THAT’S OK! NO 2

Warum ein Ende auch ein Anfang sein kann.
Eine Reihe zum Scheitern.

No 2 Einmal shoppingcenter – und zurück

Neben der Eröffnung der zweiten Etage im Sommer 2018 wurde uns eine Fläche in Frankfurts Shoppingcenter MyZeil angeboten. Das Pop-up-Projekt klang zu gut, um es abzusagen. Schließlich hatten wir mit der Frankfurter Wirtschaftsförderung und dem ECE MyZeil-Centermanagement zwei starke Partner an unserer Seite. Wir nahmen an, holten uns einen externen (Finanz-)Berater / Projektmanager und eröffneten im Oktober 2018 Europas ersten Coworking Space in einem Einkaufszentrum.

Mein Gott war ich aufgeregt. Als die Folierung an die Ladenfläche im 2. OG der MyZeil angebracht wurde, bin ich fast geplatzt vor Stolz! Hätte mir 2016 jemand gesagt, dass das CoWorkPlay irgendwann in Frankfurts bekanntester Mal einzieht, hätte ich ihn für komplett verrückt erklärt. Jetzt war es soweit.

Europas erster Coworking Space in einem Shoppingcenter – zumindest für sechs Monate…

Recht schnell stellte sich aber heraus, dass es für dieses Projekt zu früh war. Während sich Coworking Spaces in Shoppingcentern weltweit zunehmender Beliebtheit erfreuen, war das Mindset in Frankfurt noch nicht da. Nicht selten wollten Teenager einfach bei uns abhängen oder Menschen ihre Telefon-Rechnungen besprechen. Auch für einen Showroom wurden wir immer wieder gehalten. Niemand erwartete einen Arbeitsort inmitten von Einkaufsläden. Hinzu kamen das fehlende Tageslicht, die akustischen Probleme durch die nicht durchgehenden Wände und die Toilettensituation (die Toiletten waren nicht im Space, sondern auf der gegenüberliegenden Seite).

Der Baulärm der MyZeil erschwerte das Geschäft zusätzlich: bei geöffneter Tür wagten Interessierte den Weg in den Space, aber die Menschen vor Ort konnten nicht in Ruhe arbeiten. Blieb die Tür geschlossen, traute sich niemand rein. Nach sechs Monaten war Schluss. Das Projekt war ein kompletter Reinfall und rechtfertigte leider nicht die getätigte Investition. Der Projektleiter ging – zwei geplatzte Kredite und eine massive Schieflage am Hauptstandort im Ostend inkl. Kündigung der Fläche blieben.

Jetzt werden viele kluge Köpfe sagen, das ganze wäre vorauszusehen gewesen. Aber mal Hand aufs Herz, wer von euch hätte sich als Gründer eine solche Chance entgehen lassen? Ja, es war dumm und ja, es war leichtsinnig – trotzdem hat es auch Spaß gemacht und uns viele Erfahrungen gebracht.

Leider war das erst der Anfang war… zum Jahresbeginn war die (Vor-)Insolvenz da und mit ihr viele Fragezeichen, wie es weitergeht. Erfahrt im nächsten Teil, wie wir auf schmerzhafte Art lernen mussten, was Business wirklich bedeutet.

Bis zum nächsten Mal,
Eure Jana

Next: No 3 Insolvent – und was jetzt?
Gastbeitrag von meiner Partnerin Yvonne. Als Geschäftsführerin berichtet sie von ihrer Erfahrung mit der Insolvenz.

Pictures by Annette Heidler, Kriss Micus

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